Im Abwehrdickicht verfangen

von Michael Holstein

Tat sich schwer gegen die starke Haßlocher Defensive: Dansenbergs Jan Claussen beim Wurf.


Jede Serie reißt einmal, aber das es gleich so brutal sein würde, die erste Heimniederlage seit April 2016 kassieren zu müssen, war nicht zu erwarten, verdient war sie aber allemal. Auch die "RHEINPFALZ" bilanziert in ihrer Ausgabe vom 02.10.2017 einen verdienten Auswärtserfolg der TSG Haßloch:

 

Dansenberg zieht im Pfalz-Derby gegen Haßloch klar den Kürzeren und verliert seit über einem Jahr erstmals wieder daheim

KAISERSLAUTERN. Im Pfalz-Derby der Dritten Handball-Bundesliga Süd unterlag der TuS Dansenberg am Samstag der TSG Haßloch in einem einseitigen Spiel mit 19:30 (8:13). Die Gäste mit ihrem überragend haltenden Torhüter Daniel Schlingmann waren von Beginn an Herr der Lage und fuhren einen nie gefährdeten Sieg ein.

Der letzte Treffer des Tages ging auf das Konto von TSG-Spieler Ales Muhovec, der mit seinem vierten Tor sechs Sekunden vor Schluss die 30- Tore-Marke knackte. „Wir haben in der Abwehr so dicht wie möglich gestanden und es dadurch geschafft, Anspiele zu verhindern und die gegnerischen Kreisläufer einzuengen. Die wenigen Würfe, die wir zugelassen haben, waren fast immer mit Kontakt. Im Spiel nach vorne haben wir mit Köpfchen gespielt und es geschafft, die Ruhe zu bewahren. Unser Trainer hat uns sehr gut eingestellt. Wir waren perfekt vorbereitet und wussten daher, was uns stimmungstechnisch hier erwartet. Es war ein Genuss, hier zu spielen“, betonte der Linkshänder. Die von zahlreichen Schlachtenbummlern unterstützten Haßlocher übernahmen sofort das Kommando, gingen schnell mit 3:0 in Front und bauten ihre Führung kontinuierlich aus. Dansenberg lief von Anfang an der Musik hinterher. „Es gibt solche Tage, an denen einfach nichts zusammenläuft. Der Sieg von Haßloch war absolut verdient. Wir haben nie zu unserem Spiel gefunden und sind deutlich unter unseren Möglichkeiten geblieben“, stellte TuS-Coach Marco Sliwa klar.

Die Stimmung in der proppenvollen Layenberger-Sporthalle war von Beginn an großartig. Beide Fanlager machten mächtig viel Betrieb und sorgten für eine tolle Derby-Atmosphäre. Nachdem Dansenbergs Nachwuchs-Ass Luca Munzinger mit einem sehenswerten Rückraum-Kracher zum 1:3 den Torlos-Bann gebrochen hatte, legte Haßloch sofort nach und zog auf 6:1 (11.) davon. Besonders treffsicher zeigte sich in der Anfangsphase Stefan Job, der vier seiner insgesamt sechs Tore in den ersten zwölf Minuten erzielte. Damit war er zusammen mit Dennis Götz (6/3) bester TSG-Schütze. „Die 19 Gegentore sagen eigentlich schon alles. Wir haben eine überragende Abwehr gespielt und Dansenberg zu keinem Zeitpunkt ins Spiel kommen lassen“, analysierte Haßlochs Trainer Tobias Job, dessen Mannschaft die Schwächen im Rückzugsverhalten der Dansenberger schonungslos offenlegte und eiskalt bestrafte. Dass die Gastgeber einen gebrauchten Tag erwischt hatten, wurde in mehreren Szenen deutlich. So zum Beispiel beim Stand von 4:7, als der TuS drei Großchancen in Folge liegen ließ. Innerhalb von 90 Sekunden versiebten Theo Megalooikonomou, Tim Beutler und Max Labroue beste Möglichkeiten. Eine weitere Schlüsselszene war ein vergebener Siebenmeter zwei Minuten vor dem Seitenwechsel. Statt 9:11 hieß es dann zur Pause 8:13 (30.).

Die Fünf-Tore-Hypothek erwies sich als zu groß, weil Dansenberg es zu keinem Zeitpunkt schaffte, gegen die offensiv ausgerichtete 3-2-1-Deckung der Gäste einen Lauf zu starten. Immer wieder verfingen sich Jan Claussen und Co. im Abwehrdickicht und taten sich extrem schwer damit, gute Wurfpositionen zu erarbeiten. Auch der Torwartwechsel – Tim Hottgenroth kam nach der Pause für Markus Seitz – verpuffte wirkungslos. Der Gegenstoß zum 18:10 (40.) war gleichzeitig der Todesstoß. Von nun an konnte es für die Hausherren nur noch darum gehen, die Niederlage in einem erträglichen Rahmen zu halten. Für eine furiose Aufholjagd wie beim 33:30-Erfolg gegen Fürstenfeldbruck fehlten diesmal Kraft und Inspiration. Ausgerechnet TSG-Torwart Schlingmann war es vorbehalten, mit einem Wurf in das verwaiste Tor der Gäste die Führung auf zehn Tore auszubauen (21:11/45.). Der Rest war Formsache. „Wir haben heute auch in der Höhe verdient verloren. Leider haben wir all das vermissen lassen, was uns in den bisherigen Heimspielen ausgezeichnet hat. Jetzt heißt es Mund abputzen und das nächste Spiel angehen“, stellte TuS-Teammanager Alexander Schmitt nach der ersten Heimniederlage seit April 2016 klar.

SO SPIELTEN SIE
TuS Dansenberg: M. Seitz (30. Hottgenroth) - Claussen (2), C. Seitz, Klee (4) – Schulze (3), Labroue (1) – Megalooikonomou (1/1) – Jung (1), T. Beutler, Kiefer (2), Munzinger (5), von Lauppert, Lammering (n. e.)

(von Karsten Kalbheim)

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